Es gibt doch noch Themen von grösserer Tragweite

Maja Hiltebrand blickt auf die zukünftigen Entscheidungen des Gemeinderats. Diese Kolumne erschien am 28. Januar 2020 im "Klotener Anzeiger".

Vieles beschäftigt mich. Einerseits steht eine Pensenreduktion bei der Arbeit an. Da durch Corona massive schwächere Steuererträge durch juristische Personen eingehen, wird das bei der Reformierten Kirche zu Pensenkürzungen führen. Anderseits scheiterten innert kurzer Zeit zwei für Kloten nützliche Initiativen mit respektablen Ergebnissen. Deutet sich ein Silberstreifen am Horizont an, wenn wir auf die Neuwahlen des Gemeinderates 2022 ausschauen?

 

Durch die Amtszeitbeschränkung in der Geschäfts- und Rechnungsprüfungskommission GRPK wird Sigi Sommer im Mai aus dem Gremium ausscheiden und ich werde hoffentlich nachgewählt. Sigi Sommer leistete vorbildliche Arbeit in der GRPK und ich werde mich konstruktiv in das Gremiums einfügen versuchen.

 

Mit Gerlisberg und Obholz werden uns im Februar gleich zwei Traktanden von Aussenwachten beschäftigen. So soll der Rufbus von und nach Gerlisberg mit einem dichteren Fahrplan, welcher sich vermehrt am Öffentlichen Verkehr ÖV orientiert, definitiv eingeführt werden. Das dient der Anbindung der Gerlisberger Bevölkerung an den ÖV und ein regelmässiger Fahrplan erleichtert die Benutzung ausserordentlich. Auch wird die Bestellzeit auf eine halbe Stunde reduziert.

Als Egetswilerin profitiere ich seit vielen Jahren von einer ausgezeichneten Anbindung an den ÖV. Gerade in den Aussenwachten ist ein solches Angebot nützlich. Es ermöglicht Personen ohne eigenes Fortbewegungsmittel am Leben in Kloten oder weiter entfernt teilzunehmen und verursacht verhältnismässig wenig finanziellen Aufwand, da nur tatsächlich genutzte Fahrten durch die Nutzenden und die Stadt getragen werden müssen. Ich hoffe sehr, dass diese Motion an den Stadtrat überwiesen wird.

 

Beim zweiten Anliegen geht es um die Schulung von Kindern aus Obholz. Obholz liegt im Eigental, Nahe der Grenze zu Nürensdorf. Die Kinder müssen einen Schulweg von 2.6 Kilometer auf sich nehmen um die Schulbushaltestelle in Gerlisberg zu erreichen. Wohlgemerkt ohne Trottoirs oder sonst gesicherte Wege. Ab Gerlisberg werden sie in ihren Kindergarten oder Klasse irgendwo in Kloten gefahren.

Im Schuljahr 2019/2020 kosteten die Schulbusfahrten für die Kinder aus Gerlisberg, Bänikon und Obholz Fr. 54’365.25. Dagegen würden pro Schuljahr Kosten von Fr. 10’200.00 für Kindergarten , 13’700 für Primarschule und 17’900.00 für die Sekundarschule anfallen.

 

Meist sind sich Familien bewusst, dass der von ihnen gewählte Wohnort Folgen für den Schulbesuch hat. Trotzdem stellt sich die Frage, ob es nicht Sinn machen würde, auf die Wünsche der Eltern einzugehen, wo die Entfernung zu Nürensdorf weniger als einen Kilometer beträgt. Da es um eine Interpellationsantwort geht, können wir die Antwort nur entgegennehmen und darauf hoffen, dass auf tatsächliche Gesuche von Eltern verständnisvoller eingegangen wird, da sachliche Gründe die Schulung in Nürensdorf durchaus stützen würden.

 

Eigentlich erstaunlich, dass wir uns im Gemeinderat mit solchen Minigeschäften befassen. Die Auswirkungen auf den städtischen Haushalt sind klein. Aber ich bin sicher die Gemeinderatssitzung von Anfang Februar wird uns allen zeigen, wie uns die Anliegen der Aussenwachten am Herzen liegen und wer bereit ist auf die Anliegen der Höfe und Aussenwachten einzustehen.

 

Ja, die beiden abgelehnten Initiativen „Wohnen für alle“ und ein „Für ein nachhaltiges Kloten“ zeigen, dass etwas in Kloten in Bewegung kommt. Es gibt also doch noch Themen von grösserer Tragweite und es stimmt, sie sind nicht gratis zu haben. Noch folgt die Mehrheit den zögerlichen Haltungen von FDP, SVP und CVP. Es zeichnet sich jedoch ab, dass sich langsam etwas verändert.

Ein wichtiges Thema betreffend Klima wird uns voraussichtlich noch dieses Jahr an die Urne rufen, weil die Klimainitiative der Juso Zürcher Unterland in den Gemeinderat kommen wird. Was unsere Jungen befürchten, sollte uns Alte bewegen innezuhalten und uns ernsthaft bewegen, sich mit dem eigenen Verhalten auseinanderzusetzen. Das kann man sicher auch ohne Wahlzettel tun, aber noch besser mit einem Ja zur Klimainitiative Kloten unterstützen.